Krieg als Unterhaltung?

An der »Heimatfront« wird der Krieg trivialisiert

Obwohl der Bevölkerung trotz Zensur und Propaganda die furchtbaren Folgen des Kriegs immer deutlicher vor Augen traten, wurde der Krieg an der sogenannten Heimatfront auch als unterhaltsames Ereignis behandelt. Besonders in Werbeanzeigen und im Unterhaltungsteil der Zeitungen finden sich triviale Darstellungen, die im krassen Widerspruch zu den Meldungen über Verluste und Zerstörungen stehen. Es wurden Kriegswitze abgedruckt, Lichtbildschauen vom »Kriegsschauplatz« beworben und »Erfrischungsprodukte« für den Soldaten im Feld angepriesen. Allerdings sind diese Phänomene weniger durch eine herrschende Kriegsbegeisterung zu erklären, sondern stellten vielfach einen speziellen Umgang mit dem Grauen, welches zugleich faszinierte und Angst machte, dar.16.9. Krieg als Ereignis 1_Volksstimme (Magdeburg)_Sozialdemokratie1914

»Kriegshumor« und »Kriegs-Erfrischungen« – Unterhaltungsrubrik und Anzeige der »Volksstimme« (Magdeburg) vom 16. September 1914.

»Kriegshumor« und »Kriegs-Erfrischungen« – Unterhaltungsrubrik und Anzeige der »Volksstimme« (Magdeburg) vom 16. September 1914.

»Die interessanten Kriegsbilder aus Lüttich u. Brüssel muß man gesehen haben. […] Die im Bilde vorgestellten furchtbaren Wirkungen der 42-cm-Mörser sind gewaltig.« – Anzeige in der »Volksstimme« (Magdeburg) vom 16. September 1914.

»Die interessanten Kriegsbilder aus Lüttich u. Brüssel muß man gesehen haben. […] Die im Bilde vorgestellten furchtbaren Wirkungen der 42-cm-Mörser sind gewaltig.« – Anzeige in der »Volksstimme« (Magdeburg) vom 16. September 1914.

Im »Lübecker Volksboten« wurde am 16. September 1914 unter der Rubrik »Heiteres« eine Zuspitzung der deutschsprachigen italienischen Satirezeitschrift »Travaso« zur Stärke der russischen Armee wiedergegeben.

Im »Lübecker Volksboten« wurde am 16. September 1914 unter der Rubrik »Heiteres« eine Zuspitzung der deutschsprachigen italienischen Satirezeitschrift »Travaso« zur Stärke der russischen Armee wiedergegeben.

Links zu den Quellen: »Volksstimme« (Magdeburg) und »Lübecker Volksbote« vom 16. September 1914.

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