»Die im Schatten leben«

Bei einem Rezitationsabend in Berlin wird das Bergarbeiterdrama von Emil Rosenow vorgetragen

Bekanntmachung in der »Buchbinder-Zeitung« vom 22. März 1914.

Bekanntmachung in der »Buchbinder-Zeitung« vom 22. März 1914.

In seinem 1899 verfassten Drama »Die im Schatten leben« erzählt Emil Rosenow die Geschichte einer Arbeiterfamilie, die in der Arbeiterkolonie eines Steinkohlebergwerks nahe Dortmund lebt. Harte und riskante Arbeit, Armut, Sorgen und Abhängigkeiten bestimmen den Alltag in dieser bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Milieustudie. Während die Geräusche des Werkes und das Aufflammen des Hochofens die Szenerie bilden, vollzieht sich eine Familientragödie. Durch ein Unglück im Schacht verliert die Arbeiterwitwe Lückel ihren Schwiegersohn und durch die Arglist eines jungen Millionenerben und eines Diakons die Gunst ihrer drei Töchter. Ihr 17-jähriger Sohn wird bei dem Unglück schwer verletzt und arbeitsunfähig. Zu allem Überdruss droht ihr der Betriebsdirektor mit der Kündigung ihrer Witwenrente und dem Verlust der bescheidenen Hütte innerhalb der Arbeiterkolonie. Die scharfe Kontrastierung zwischen den Gesellschaftsschichten und die darin enthaltene Kritik führte zur Zensur des Dramas. Wie Rosenows andere Werke wurde es erst acht Jahre nach seinem Tod im Jahr 1912 veröffentlicht.

Als jüngster Abgeordneter wurde der Sozialdemokrat Emil Rosenow 1898 in den Reichstag gewählt und behielt den Sitz bis zu seinem frühen Tod – 1904 starb er mit nur 33 Jahren.

Als jüngster Abgeordneter wurde der Sozialdemokrat Emil Rosenow 1898 in den Reichstag gewählt und behielt den Sitz bis zu seinem frühen Tod – 1904 starb er mit nur 33 Jahren. Quelle: Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Link zur Quelle: »Buchbinder-Zeitung« vom 22. März 1914.

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